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| Multisensorische Integration | ||||||||||||||
| Traditionell wurde Wahrnehmungsforschung nach einzelnen Sinneseindrücken (z.B. visuell, auditorisch, haptisch, propriozeptiv, vestibulär…) in isolierte Forschungsgebiete unterteilt. Dieser modulare Ansatz behandelte einzelne sensorische und motorische Prozesse als überwiegend unabhängige Systeme. Seit Kurzem ist jedoch bekannt, wie wichtig das Verstehen um die Verknüpfung verschiedener Sinneswahrnehmungen ist, und welchen Einfluss diese multi-sensorische Interaktion auf die Wahrnehmung und das Verhalten hat. Die meisten bisherigen Studien im Bereich der multi-sensorischen Forschung untersuchten Aufgaben, die auf Präsentation isolierter Stimuli in Körpernähe beruhen – dazu gehören z.B. Untersuchungen zur Integration von visuell-auditorischer, visuell-propriozeptiver oder visuell-haptischer Information. Zur Erforschung generellen menschlichen Verhaltens ist es allerdings auch wichtig, multisensorische Integration in einem grösseren räumlichen Rahmen anhand der eigenen Bewegung im Handlungsraum zu untersuchen. Anders als bei der traditionellen Erforschung multi-sensorischer Integration, die zwei bestimmte Sinnneseindrücke zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht, benötigt man z.B. bei der Navigation durch seine Umwelt die dynamische Verrechnung vieler verschiedener Eindrücken über Raum und Zeit hinweg (z. B. Wahrnehmung visueller Bewegung, biomechanische Information der Beine, sowie Gleichgewichtsinformation). Es ist sehr wichtig die Prinzipien zu verstehen, die der Integration der verschiendenen Sinneseindrücke in diesem Kontext unterliegen, da dies Einsichten liefert in einen zentralen Bereich des multi-sensorischen Verarbeitens. ◘ Multisensorische Integration bei der Schätzung von zurückgelegter Distanz
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Multisensorische Integration beim Schätzen von zurückgelegter Distanz
Die Wahrnehmung der Distanz, die zwischen zwei Orten zurückgelegt wird, beruht auf dem Schätzen der Eigenbewegung. Diese Wahrnehmung ist eine multimodale Erfahrung, wobei sowohl visuelle als auch nicht-visuelle Informationen (z.B. Informationen, die uns unsere Muskeln und das Gleichgewichtsorgan liefern) gemeinsam die Eigenbewegung beschreiben. Während neueste Befunde gezeigt haben, inwiefern jede einzelne Information unabhängig zur Entfernungsschätzung genutzt werden kann, ist nur sehr wenig darüber bekannt, wie sie integriert werden. Bei diesem Experiment mussten die Testpersonen einen (unendlich langen) virtuellen Gang entlang gehen und anschließend einschätzen, wie weit sie tatsächlich gegangen waren. Die Testpersonen hatten dabei entweder Zugriff auf die visuellen, die nicht-visuellen („blind“ Laufen)oder auf die Kombination beider Informationen. In der kombinierten Bedingung stimmten die nicht-visuellen Informationen entweder mit der visuellen Information überein oder sie waren im Konflikt. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl die visuellen als auch die nicht-visuellen Informationen zur Schätzung der zurückgelegten Distanz beitragen. Insbesondere die Ergebnisse der kombinierten Bedingung wichen von denen ab, die bei Darbietung der einzelnen Informationstypen beobachtet wurden. Wenn beide Informationen im Konflikt stehen, scheinen die Bewegungsinformationen höher gewichtet zu werden. REFERENZEN |
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| PROJEKTLEITER ◘ Jenny Campos |
BETEILIGTE ◘ John Butler ◘ Betty Mohler ◘ Heinrich Bülthoff |
EINRICHTUNGEN ◘ TrackingLab |
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