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Kybernetischer Ansatz zu Wahrnehmung und Handlung
Die Arbeitsgruppe CAPA ("Cybernetics Approach to Perception and Action") beschäftigt sich mit der Anwendung von Methoden aus der Informations- und Systemtheorie sowie der Signalverarbeitung, um Wahrnehmung und Handlung bei Eigenbewegungen zu verstehen und zu modellieren. Ein zentrales Ziel der Arbeitsgruppe ist es, zu einem tieferen Verständnis der Verarbeitung von Eigenbewegungsinformationen zu gelangen, indem das Gehirn als komplexes, hierarchisches Kontrollsystem aufgefasst wird, das individuelle Teilkomponenten hat, die wiederum Teil eines größeren Kontrollsystems sein können.

Helikopterkontrolle mit Hilfe von Bewegungsinformation und visueller Information
Der Einfluss von Simulatoreigenschaften auf die Wahrnehmungs- und Verhaltensgenauigkeit
Kontrolle von Armbewegungen mithilfe des Gleichgewichtssinnes
fMRI-Experimente zur rückgekoppelten Handlungskontrolle

 

 

   

Helikopterkontrolle mit  Hilfe von Bewegungsinformation und visueller Information

Helikopter sind unstabile dynamische Systeme. Um einen Helikopter im Raum zu stabilisieren (z. B. beim Schweben über dem Landeplatz), müssen die Piloten ständig das Flugverhalten beobachten und Abweichungen kompensieren.  Zur Bewältigung dieser Aufgabe werden verschiedene Sinneseindrücke kombiniert.  Kräfte, die durch Dreh- und Translationsbewegungen im Raum (sogenannte Trägheitskräfte) und  visuelle Informationen, wie z. B. der Optische Fluss (das Muster, das durch die sich bewegende Umwelt auf der Retina entsteht) und die Position und Orientierung des Horizonts im Gesichtsfeld könnten zur Stabilisierung beitragen.

Mit Hilfe von psychophysischen „Closed-loop“-Experimenten (Experimente bei denen die Testperson die Umwelt durch ihre Aktionen beeinflussen kann) erkunden wir den Einfluss verschiedener Sinneseindrücke auf die Stabilisierungsleistung.  Durch Bewegung der Plattform und Bewegungen innerhalb einer auf eine Leinwand projizierten Szene simulieren wir in Echtzeit  das Verhalten eines kleinen Helikopters auf der Bewegungsplattform des MotionLabs. Die Testpersonen benutzen einen echten Helikopter-Steuerknüppel, um Drifts sowohl vorwärts und rückwärts  als auch seitwärts zu kontrollieren. Die Höhe über dem Boden und die Ausrichtung werden dabei automatisch stabilisiert. Die Aufgabe der Testpersonen ist es, den Helikopter über einer bestimmten Stelle zu stabilisieren.

Ein erstes Experiment überprüfte den Einfluss von Dreh- und Translationsbewegungen auf die Stabilisierungsleistung. In einem zweiten Experiment untersuchten wir den  Einfluss visueller Reize (Horizont und Optischer Fluss) und den Einfluss von Körperdrehungen auf die Helikopterstabilisierung  genauer.  Unsere Ergebnisse zeigen, dass sowohl visuelle Eindrücke als auch die Eindrücke, die durch die Rotation des gesamten Körpers entstehen, den Testpersonen helfen, einen simulierten Helikopter zu stabilisieren.

REFERENZEN
D.R. Berger, C. Terzibas, K. Beykirch and H.H. Bülthoff: The role of visual cues and whole-body rotations in helicopter hovering control. AIAA MST Conference, Hilton Head, South Carolina, August 2007

 


Die Bewegungsplattform


PROJEKTLEITER
Daniel R. Berger
BETEILIGTE
Cengiz Terzibas
Karl Beykirch
Heinrich Bülthof
f
EINRICHTUNGEN
MotionLab