“Spatial Updating” während der Bewegung in zwei und drei Dimensionen

Beim Bewegen durch die Welt erneuern wir permanent unser Wissen darüber, wo wir uns momentan in Bezug zu den Gegenständen in unserem Umfeld befinden. Dieses Aktualisieren räumlicher Informationen, auch „Spatial Updating“ genannt, funktioniert überwiegend automatisch, da wir die Position von Objekten während der Bewegung mühelos verfolgen können. Erfolgreiches Spatial Updating erfordert akkurate Wahrnehmung der Eigenbewegung, vor allem dann, wenn wir Objekte lokalisieren müssen, dabei aber keine visuelle Rückmeldung bekommen.
Anhand eines experimentellen Paradigmas, in dem Personen ununterbrochen auf  ein gleichbleibendes Ziel zeigen müssen, wollen wir den Beitrag der einzelnen, verfügbaren Eigenbewegungsinformationen für das Spatial Updating zu erfahren. Unter Benutzung des modernen  Motion-Tracking System des Cyberneums beobachten wir die  Armbewegungen von Personen beim Gehen entlang zweidimensionaler Pfade.

Ein ideales Zeigeverhalten hat einen charakteristischen Bewegungsablauf und ein charakteristisches Geschwindigkeitsprofil.  Jede Abweichung von diesem idealen Verhalten gibt Hinweise auf inakkurates Spatial Updating, ohne dass man dabei auf verbale Beschreibungen angewiesen ist. Durch Analysieren des Zeigeverhaltens in Abhängigkeit von der Menge an verfügbaren Sinnesinformationen, z. B. bei passiver Bewegung, beim Laufen auf einem Laufband, und bei imaginiertem Laufen, hoffen wir die nicht-visuellen Faktoren besser zu verstehen, die es uns erlauben, unsere Eigenbewegung exakt wahrzunehmen.
Während der zweiten Phase des Projekts werden wir das TrackingLab-Paradigma auf die Nutzung des KUKA Bewegungssimulators anpassen. Die sechs Freiheitsgrade des Roboterarms erlauben uns, Personen auf einfachen und komplexen Bahnen in drei Dimensionen zu bewegen. Dies wird uns erstmals ermöglichen, Spatial Updating während Translationen in allen drei Dimensionen zu untersuchen.
Last updated: Dienstag, 07.05.2013