Multisensorische Integration beim Schätzen von zurückgelegter Distanz

Die Wahrnehmung der Distanz, die zwischen zwei Orten zurückgelegt wird, beruht auf dem  Schätzen  der Eigenbewegung.  Diese Wahrnehmung ist eine multimodale Erfahrung, wobei sowohl visuelle als auch nicht-visuelle Informationen (z.B. Informationen, die uns unsere Muskeln und das Gleichgewichtsorgan liefern) gemeinsam die Eigenbewegung beschreiben. Während neueste Befunde gezeigt haben, inwiefern jede einzelne Information unabhängig zur Entfernungsschätzung genutzt werden kann,  ist nur sehr wenig darüber bekannt, wie sie integriert werden.
Bei diesem Experiment mussten die Testpersonen einen (unendlich langen) virtuellen Gang entlang gehen und anschließend einschätzen, wie weit sie tatsächlich gegangen waren. Die Testpersonen hatten dabei entweder Zugriff auf die visuellen, die nicht-visuellen („blind“ Laufen)oder auf die Kombination beider Informationen. In der kombinierten Bedingung stimmten die nicht-visuellen Informationen entweder mit der visuellen Information überein oder sie waren im Konflikt.
Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl die visuellen als auch die nicht-visuellen Informationen zur Schätzung der zurückgelegten Distanz beitragen. Insbesondere die Ergebnisse der kombinierten Bedingung wichen von denen ab, die bei Darbietung der einzelnen Informationstypen beobachtet wurden. Wenn beide Informationen im Konflikt stehen, scheinen die Bewegungsinformationen höher gewichtet zu werden.
 
Last updated: Dienstag, 07.05.2013