Ein Nachmittag voll großartiger Wissenschaft
Eindrücke vom CaCTüS-Symposium 2026
Ende September bildete am Tübinger Max-Planck-Campus ein wissenschaftliches Symposium den Abschluss des diesjährigen Sommerpraktikums „Computation and Cognition Tübingen Summer Internship“ (CaCTüS), und es war für alle Beteiligten eine sichtbare Freude, daran teilzunehmen. Zwölf studentische Praktikantinnen und Praktikanten berichteten auf der Veranstaltung über das, was sie in drei Monaten Arbeit unter der Anleitung von Forscherinnen und Forschern der Max-Planck-Institute für biologische Kybernetik und für Intelligente Systeme, der Universität Tübingen, des ELLIS-Instituts in Tübingen und des Tübingen AI Centers entwickelt und gelernt hatten.
CaCTüS selbst ist keineswegs ein groß angelegtes studentisches Austauschprogramm und strebt dies auch nicht an. Es wurde vielmehr ins Leben gerufen, um talentierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die mit persönlichen, finanziellen, regionalen oder sozialen Hindernissen konfrontiert sind, eine echte Chance auf erstklassige Forschungserfahrung zu bieten: drei Monate in einem Forschungslabor, voll finanziert und an der Seite erfahrener Forschender. In diesem Jahr gingen 419 Bewerbungen aus 55 Ländern ein, 38 Prozent davon von Frauen. Letztendlich wurden zwölf von ihnen aus insgesamt neun Ländern aufgenommen. Zusemmen mit dieser Kohorte hat CaCTüS in den vergangenen fünf Jahren nun insgesamt 45 junge Menschen aus 22 Nationen gefördert, übrigens ein kleines Jubiläum für sich.
Unter den diesjährigen Teilnehmenden stachen für Susan Fischer, eine der Hauptkoordinatorinnen des Programms, drei Vorträge besonders hervor: Jawa Habib arbeitete im Developmental Computational Psychiatry Lab, einer gemeinsamen Einrichtung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik, unter der Betreuung von Lenard Dome. Mohammed Ouail Oucherif absolvierte sein Praktikum auf dem Gebiet der Computational Neuroscience am selben Institut unter der Betreuung von Roxana Zeraati und Shervin Safavi. Glory Kuzayet Bagai befasste sich am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, dem ELLIS Institut Tübingen und Tübingen AI Center mit Methoden maschinellen Lernens sowie mit auf Sicherheit und Effizienz ausgerichtetem Lernen. Sie wurde von Joanna Sliwa und der Max-Planck-Forschungsgruppe für auf Sicherheit und Effizienz ausgerichtetes maschinelles Lernen betreut.
Alle drei Präsentationen zeigten genau jene Qualität, die Susan Fischer schätzt. Den jungen Studierenden wurden echte Probleme zur Lösung anvertraut und nicht nur einfache Aufgaben. Und das haben sie an diesem Tag gezeigt: akribisch, ein wenig nervös und sichtlich stolz auf das, was sie in so kurzer Zeit erreicht hatten. „Um es klar zu sagen, drei Monate sind keine lange Zeit. Was mich beeindruckt, sind echte Beiträge zur laufenden Laborarbeit, keine irgendwie simulierte Forschung. Das ist letztlich der Zweck des Programms“, erklärt Susan Fischer.
Der Saal des Symposiums war gefüllt mit den Menschen, die diesen Sommer überhaupt erst möglich gemacht hatten: Beratende, Mentorinnen und Mentoren, Alumni und Mitglieder des CaCTüS-Koordinationsbüros (darunter auch Carolin Lewis, Drew Robson, Leila Masri und Lea Nagel) sowie Wolfgang Hanrieder von der Hanrieder-Stiftung für Exzellenz und Johanna Pöllath von der Max-Planck-Förderstiftung, deren Unterstützung die Begleitaktivitäten des Programms am Laufen hält. Es war ein passender Abschluss, einfach ein spätsommerlicher Nachmittag, an dem die Anwesenden einander aufmerksam zuhörten und sich über ihre Arbeit sichtlich stolz austauschten.
„Wenn es eine Erkenntnis gibt, die man aus dem diesjährigen Symposium mitnehmen kann, dann ist sie einfach: Jedes Jahr einer kleinen Gruppe von Studierenden eine Tür zu öffnen, mag angesichts der Größe der Hindernisse, denen viele von ihnen gegenüberstehen, bescheiden erscheinen, aber es ist nicht nichts. Nach den Vorträgen vom Freitag zu urteilen, scheint es aber zu funktionieren. Das war unser Ziel“, fügt Fischer hinzu.

